Die Pillnitzer Kamelie (Camellia japonica L.)

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Die zu den Teegewächsen (Theaceae) zählende Kamelie stammt aus Südost- und Ostasien. Teegewächse sind immergrüne kleine Bäume und Sträucher, von denen 82 Arten bekannt sind. Erste Pflanzen der attraktiven Camellia japonica kamen im 17. Jahrhundert mit Kaufleuten nach Europa. Die Herkunft und das genaue Alter der Pillnitzer Kamelie sind aber trotz ihrer Bekanntheit bisher ungeklärt.

Der Legende nach brachte der schwedische Botaniker Karl Peter Thunberg (1743 - 1828) vier Kamelienpflanzen von seiner Japanreise 1779 in die Königlichen Botanischen Gärten Kew bei London. Ein Exemplar verblieb in Kew, die anderen drei Pflanzen sollen in die Gärten Herrenhausen bei Hannover, Schönbrunn bei Wien und Pillnitz bei Dresden weiter gegeben worden sein. Von diesen wäre die Pillnitzer Pflanze das einzige überlebende Exemplar, das zwischen 1780 und 1790 an den Dresdner Hof gekommen sein müsste. Bereits 1801 wurde die Kamelie durch den Hofgärtner Terscheck an ihrem heutigen Standort ausgepflanzt.

Pillnitzer KamelienhausBildansicht vergrößern

Von Anfang an schützte man die Kamelie im Winter durch Holzhäuser. Vieles ist über deren jährlichen, komplizierten Auf- und Abbau in den Akten zu lesen; im Januar 1905 brannte sogar das Schutzhaus. Dass bei minus 20° Celsius zu einem Eisberg gefrorene Löschwasser schützte die Pflanze, die noch im gleichen Frühjahr wieder austrieb. 1992 erhielt die Pillnitzer Kamelie ihr neues, erstmals fahrbares Schutzhaus, in dem Temperatur, Belüftung, Luftfeuchte und Beschattung durch einen Klimacomputer geregelt werden. Das Haus ist 13,2 m hoch, wiegt 54 Tonnen und umfasst einen Luftraum von 1864 m³.

In der warmen Jahreszeit wird das Haus neben die Kamelie gerollt. Mittlerweile hat die über 200 Jahre alte Kamelie eine Höhe von 8,60 m und einen Durchmesser von fast 11 m. Während der Blütezeit von Mitte Februar bis April trägt sie Zehntausende glockenförmige und karminrote Blüten. Ableger der Pillnitzer Kamelie werden jedes Jahr in begrenzter Zahl während der Blütezeit verkauft, dann ist ein Besuch besonders lohnend.

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