Das Schlossmuseum im Neuen Palais

Das Pillnitzer Schlossmuseum befindet sich im Neuen Palais. Es präsentiert den Kuppelsaal, die Königliche Hofküche und die Katholische Kapelle und berichtet über die Geschichte von Schloss und Park Pillnitz und das höfische Leben.

Kuppelsaal - Schlossmuseum PillnitzBildansicht vergrößern

Der Kuppelsaal im Schloss Pillnitz ist der einzige klassizistische Kuppelbau in Dresden.

An Stelle des 1818 abgebrannten Renaissanceschlosses entstand das Neue Palais. Mit dem Neubau verpflichtete der König Oberland- baumeister Christian Friedrich Schuricht (1753–1832). Er besaß das nötige Formgefühl für den Gesamtcharakter der Schlossanlage. 1823 fand die Einweihung des großen Speisesaales im Neuen Palais statt.

Der Saal mit seinem breiten Zugang zum Lustgarten trägt repräsentativen Charakter. Sechs freistehende korinthische Säulen auf jeder Seite des quadratischen Raumes tragen die kassettierte Hängekuppel mit der offenen Laterne. Gemälde mit den Allegorien und Vertretern der Künste von Carl Christian Vogel (Vogel von Vogelstein), schmücken den Saal. In das Bildprogramm flossen seine, in Rom 1813–1820 gewonnenen, vom Nazarenertum beeinflussten Ansichten ein. Vogel hat in diesem Stil auch die Katholische Kapelle im Neuen Palais mit religiösen Motiven ausgemalt. Nach Untersuchungen in den Jahren 1986 und 1995 bedarf der Kuppelsaal einer umfassenden Restaurierung.

Königliche Hofküche - Schlossmuseum PillnitzBildansicht vergrößern

1818 brannte das alte Renais- sanceschloss nieder. An dersel- ben Stelle entstand bis 1823 die Königliche Hofküche im 1830 fertig gestellten Neuen Palais. Die Hofküche hatte nicht nur die königliche Familie, sondern auch den Hofstaat mit Bediensteten zu versorgen (täglich mindestens
70 Personen). Die Raumabfolge der neuen Hofküche entspricht in ihrer technologischen Struktur weitestgehend der des alten Schlosses: »Mundseite«, »Bratseite«, »Backseite«, »Spickkammer«, »Fleischgewölbe«, »Zehrgarten«, »Eisgrube« und »Küchenschreiberei«. In jedem Küchen- bereich gab es einen verantwortlichen »Mundkoch«, »Backkoch« und »Bratkoch«, denen weiteres Personal helfen musste. In der Hofküche arbeiteten 27 Angestellte. Die Organisation oblag dem Küchenmeister und seiner Schreiberei. Insbesondere bei Festlichkeiten war eine reibungslose Küchenlogistik unerlässlich.

Königliche Hofküche - Schlossmuseum PillnitzBildansicht vergrößern

Mit dem Brand des alten Renaissanceschlosses ging auch ein Großteil des Kücheninventars verloren. Die Hofküche wurde neu eingerichtet. Nach der Abdankung des Königshauses 1918 wurde die Küche anderweitig genutzt. Zu Beginn der Rekonstruktion im Jahre 2000 waren Raumstruktur und fast das gesamte Inventar zerstört oder verloren gegangen. Mit Hilfe von schriftlichen Quellen, Bildern (u.a. Aquarelle der Prinzessin Mathilde) sowie bauarchäologischen Spuren wurde die Rekonstruktion der Königlichen Hofküche ausgeführt. So sind z. B. die Möbel und Teile der Kochmaschinen historisch korrekte Nachbauten und die Ausstattungsstücke Ankäufe verschiedener Herkunft. Das ausgestellte Küchenkupfer stammt vom sächsischen Hof und wurde größtenteils 2001 bei einer Auktion von Sotheby`s in Amsterdam angekauft.

Die Königliche Hofküche wurde 2003 eingeweiht.

Katholische Kapelle - Schlossmuseum PillnitzBildansicht vergrößern

Mit dem Bau des Neuen Palais (1818-1830) durch Oberlandbau- meister Christian Friedrich Schuricht wurde ein ostseitiger Abschluss der Pillnitzer Schlossanlage geschaffen, in dessen nördlichem Flügel eine neue einschiffige Katholische Hofkapelle eingerichtet wurde. Zwischen 1823 und 1829 erfolgte der Bau des Kapellenflügels. Trotz schlichtem Äußeren demonstriert diese Hofkapelle mit ihrer reichen Ausstattung und den Wandgemäl- den Carl Christian Vogel von Vogelsteins (1788–1868) die Religiösität und den repräsenta- tiven Anspruch der königlichen Familie. Noch vor Ende des Jahres 1826 hatte der Maler Carl Christian Vogel von Vogelstein zusammen mit Studenten der Dresdner Akademie begonnen, die Kapelle mit einem Marienzyklus al fresco auszumalen. Nach drei Jahren vollendete Vogel am 16. Dezember 1829 sein Werk. Am 16. Juni 1830 wurde die Kapelle durch Bischof Mauermann der heiligen Dreifaltigkeit geweiht.

Die Kapelle ist saniert und wird von der Katholischen Kirche genutzt.

 

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