Das Schlossmuseum im Neuen Palais
Das Pillnitzer Schlossmuseum befindet sich im Neuen Palais. Es präsentiert den Kuppelsaal, die Königliche Hofküche und die Katholische Kapelle und berichtet über die Geschichte von Schloss und Park Pillnitz und das höfische Leben.
Neue Sonderausstellung ab 4. Mai 2012
»Eleganz in harten Zeiten. Schöne Frauen und Stillleben von Ernst Hassebrauk (1905-1974)«
Der Maler Ernst Hassebrauk (1905-1974) ist vor allem durch seine Dresden-Ansichten bekannt. Sie werden diesmal aber nicht zu sehen sein. Die Ausstellung im Schloss Pillnitz zeigt ganz andere Werke des Malers. Unter den 49 Ölgemälden, Pastellen und Zeichnungen werden Bilder aus verschiedenem Privatbesitz ausgestellt, die bisher kaum gezeigt wurden. Den Porträts zauberhafter, schöner, junger, aufblühender Frauen werden Stillleben mit welkenden Blumen, einem Totenkopf und anderen die Vergänglichkeit zeigenden Motiven gegenübergestellt. Accessoires, die die Ehefrau des Malers Charlotte auf dem Gemälde schmückten, wie zum Beispiel die Perlenkette sowie die weißen Handschuhe werden in der Sonderausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Auch Gegenstände, mit denen der Künstler seine Stillleben komponierte, wie Kaffeekanne oder Opernglas, ergänzen die Exposition. Weitere Gegenstände aus dem Besitz Hassebrauks – Palette, Pinsel und Pastellstifte – sind präsent.
»Eleganz in harten Zeiten« – eine Hommage an die Schönheit und Eleganz der aparten Frau – gerade in harten Zeiten. Kriegszeiten und Jahre unmittelbar danach lechzten nach einer geistigen, aber auch nach einer erotischen Gegenwelt. Damen trugen selbstverständlich Hut! Hassebrauk nahm mit wachen Augen das Restbürgertum – insbesondere des Dresdner Höhenstadtteils »Weißer Hirsch« – wahr: Ladies, die ihre verbliebenen Pelze und Muffs hervorgeholt hatten und spazieren führten. Als das Leben in der DDR sich grau eintrübte, nur im Fasching sich an die Oberfläche wagte, widmete sich der Künstler der Vergangenheit und adaptierte die Alten Meister, ihre Kostüme, ihre Haartracht, vertraut als wären da seine Zeitgenossen.
Im »Journal des Luxus und der Moden« von 1790 ist die Rede, dass trotz Revolution und Terror »geschmackvoll gekleidete Frauenzimmer nach wie vor« die Pariser Szene bestimmen und dass in jenen Tagen »die Pariser aller Stände auch mehr Blumen als die Einwohner irgend einer anderen europäischen Stadt« verbrauchen.
Alles Irdische, alle Schönheit, ist vergänglich. Vanitas-Motive zeigen, dass der Mensch keine Macht über das Leben hat. Hassebrauk, der keine 70 Jahre alt wurde, hatte immer die Vanitas vor Augen, der Totenschädel begleitete seine Stillleben. Ein stolzer, vitaler Blütenzweig einer Lapageria aus den 1940er Jahren wird einem späteren dunklen Herbststrauß gegenübergestellt.
Erleben Sie diese Ausstellung eines einzigartigen Malers
im Schlossmuseum Pillnitz vom 4. Mai bis 31. Oktober 2012
geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
» Werbeflyer zur Sonderausstellung (PDF)
Kuppelsaal (Fest- und Speisesaal)
Der Kuppelsaal im Schloss Pillnitz ist der einzige klassizistische Kuppelbau in Dresden.
An Stelle des 1818 abgebrannten Renaissanceschlosses entstand das Neue Palais. Mit dem Neubau verpflichtete der König Oberland- baumeister Christian Friedrich Schuricht (1753–1832). Er besaß das nötige Formgefühl für den Gesamtcharakter der Schlossanlage. 1823 fand die Einweihung des großen Speisesaales im Neuen Palais statt.
Der Saal mit seinem breiten Zugang zum Lustgarten trägt repräsentativen Charakter. Sechs freistehende korinthische Säulen auf jeder Seite des quadratischen Raumes tragen die kassettierte Hängekuppel mit der offenen Laterne. Gemälde mit den Allegorien und Vertretern der Künste von Carl Christian Vogel (Vogel von Vogelstein), schmücken den Saal. In das Bildprogramm flossen seine, in Rom 1813–1820 gewonnenen, vom Nazarenertum beeinflussten Ansichten ein. Vogel hat in diesem Stil auch die Katholische Kapelle im Neuen Palais mit religiösen Motiven ausgemalt. Nach Untersuchungen in den Jahren 1986 und 1995 bedarf der Kuppelsaal einer umfassenden Restaurierung.
Königliche Hofküche
1818 brannte das alte Renais- sanceschloss nieder. An dersel- ben Stelle entstand bis 1823 die Königliche Hofküche im 1830 fertig gestellten Neuen Palais. Die Hofküche hatte nicht nur die königliche Familie, sondern auch den Hofstaat mit Bediensteten zu versorgen (täglich mindestens
70 Personen). Die Raumabfolge der neuen Hofküche entspricht in ihrer technologischen Struktur weitestgehend der des alten Schlosses: »Mundseite«, »Bratseite«, »Backseite«, »Spickkammer«, »Fleischgewölbe«, »Zehrgarten«, »Eisgrube« und »Küchenschreiberei«. In jedem Küchen- bereich gab es einen verantwortlichen »Mundkoch«, »Backkoch« und »Bratkoch«, denen weiteres Personal helfen musste. In der Hofküche arbeiteten 27 Angestellte. Die Organisation oblag dem Küchenmeister und seiner Schreiberei. Insbesondere bei Festlichkeiten war eine reibungslose Küchenlogistik unerlässlich.
Mit dem Brand des alten Renaissanceschlosses ging auch ein Großteil des Kücheninventars verloren. Die Hofküche wurde neu eingerichtet. Nach der Abdankung des Königshauses 1918 wurde die Küche anderweitig genutzt. Zu Beginn der Rekonstruktion im Jahre 2000 waren Raumstruktur und fast das gesamte Inventar zerstört oder verloren gegangen. Mit Hilfe von schriftlichen Quellen, Bildern (u.a. Aquarelle der Prinzessin Mathilde) sowie bauarchäologischen Spuren wurde die Rekonstruktion der Königlichen Hofküche ausgeführt. So sind z. B. die Möbel und Teile der Kochmaschinen historisch korrekte Nachbauten und die Ausstattungsstücke Ankäufe verschiedener Herkunft. Das ausgestellte Küchenkupfer stammt vom sächsischen Hof und wurde größtenteils 2001 bei einer Auktion von Sotheby`s in Amsterdam angekauft.
Die Königliche Hofküche wurde 2003 eingeweiht.
Katholische Kapelle
Mit dem Bau des Neuen Palais (1818-1830) durch Oberlandbau- meister Christian Friedrich Schuricht wurde ein ostseitiger Abschluss der Pillnitzer Schlossanlage geschaffen, in dessen nördlichem Flügel eine neue einschiffige Katholische Hofkapelle eingerichtet wurde. Zwischen 1823 und 1829 erfolgte der Bau des Kapellenflügels. Trotz schlichtem Äußeren demonstriert diese Hofkapelle mit ihrer reichen Ausstattung und den Wandgemäl- den Carl Christian Vogel von Vogelsteins (1788–1868) die Religiösität und den repräsenta- tiven Anspruch der königlichen Familie. Noch vor Ende des Jahres 1826 hatte der Maler Carl Christian Vogel von Vogelstein zusammen mit Studenten der Dresdner Akademie begonnen, die Kapelle mit einem Marienzyklus al fresco auszumalen. Nach drei Jahren vollendete Vogel am 16. Dezember 1829 sein Werk. Am 16. Juni 1830 wurde die Kapelle durch Bischof Mauermann der heiligen Dreifaltigkeit geweiht.
Die Kapelle ist saniert und wird von der Katholischen Kirche genutzt.
- Flyer Schlossmuseum (PDF; 1,20 MB)
» Zu den Öffnungszeiten & Eintrittspreisen des Pillnitzer Schlossmuseums








