Kunstgewerbemuseum
in Berg- und Wasserpalais

Das Kunstgewerbemuseum gehört zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, hat seinen Sitz jedoch in Berg- und Wasserpalais von Schloss & Park Pillnitz, welches zu den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten Sachsen gehört.

1876 gegründet, war die Sammlung des heutigen Kunstgewerbemuseums zunächst an die Dresdner Kunstgewerbeschule angegliedert und sollte Qualitätsbewusstsein und Formgefühl an Studierende, Besucher*innen und Produzenten aus Industrie und Gewerbe vermitteln. 1907 erhielt sie ein eigenes Gebäude in der heutigen Güntzstrasse und wurde ab 1914 als eigenständiges Museum geführt. 1947 erfolgte die Eingliederung des Kunstgewerbemuseums in die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Im zweiten Weltkrieg gingen zahlreiche Sammlungsstücke verloren, dafür wurden die Objekte der sogenannten Schlossbergung in den Bestand eingegliedert. Außerdem teilte sich das Museum von nun an sein Ausstellungsgebäude mit den Institutionen und der Verwaltung des zerstörten Residenzschlosses. In den 1960er Jahren zog das Kunstgewerbemuseum deshalb aus Platzgründen in Wasser- und Bergpalais von Schloss Pillnitz ein. Das Kunstgewerbemuseum verwaltet heute über 60.000 Objekte. Nur ein kleiner Teil davon kann in einem Wechsel aus ständiger und temporärer Ausstellung zugängig gemacht werden. Seit 2021 gibt der jährlich stattfindende »Design Campus« Impulse zu zeitgenössischen Fragestellungen.

Bergpalais

Im Bergpalais ist die Gestaltungskultur und das Manufakturwesen des 18. und 19. Jahrhunderts, im Obergeschoss Präsentationen zum Kunstgewerbe der Jahrhundertwende bis hin zum Design des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart zu sehen. Die frühklassizistischen Kaiserzimmer und das Schaudepot der Deutschen Werkstätten Hellerau befinden sich in den Flügelanbauten. Ein Highlight ist der Hauptsaal mit seinen Ausmalungen im Stil des Japonismus. Wandgemälde des Dresdner Rokoko-Malers Christian Wilhelm Ernst Dietrich (1712-1774) zieren zwei Räume weiter den »Watteau-Saal«, benannt nach dem Stil des französischen Maler Antoine Watteau (1684-1721). In den geschichtsträchtigen Kaiserzimmern, vielen noch als Weinlig-Zimmer bekannt, ist die neu gestaltete Dauerausstellung »Gestaltung um 1800« zu sehen, die herausragende kunsthandwerkliche Stücke aus der Zeit des Klassizismus zeigt. Die in vielen Teilen original erhaltene Innenraumdekoration der erst kürzlich restaurierten Raumfolge stellt ein Meisterwerk des Frühklassizismus in Sachsen dar. Ein weiteres Highlight ist die Instrumentensammlung, die sowohl die Geschichte des Musikinstrumentenbau in Sachsen dokumentiert als auch eng mit dem Dresdner Musikleben in Zusammenhang steht: Seit 1961 machen die unter dem Titel »Alte Musik im Kunstgewerbemuseum« (zum Veranstaltungskalender) bekannten Kammerkonzerte die Instrumente der Sammlung erlebbar.

Wasserpalais

Das Wasserpalais ist der Ort für die jährlich wechselnden Sonderausstellungen des Kunstgewerbemuseums, die sich mit (kunst)historischen, wie auch zeitgenössischen Themen auseinandersetzen. Mehr Informationen zu den diesjährigen Sonderpräsentationen des Kunstgewerbemuseums. Des Weiteren beherbergt das Wasserpalais das im Stil der Chinoiserie entworfene historische Gelbe Teezimmer, einen Flügel mit schmiedeeisernen Arbeiten, höfischer Lackkunst und Objekte der Ostasiensammlung. Über die Galerien der Sonderausstellungen gelangt man in die Materialräume mit ausgewählten Sammlungsobjekten zu Metall, Holz, Glas, Keramik und Textil. Im Ostflügel befinden sich die Ateliers des Design Campus, die jedes Jahr Stipendiat*innen, Workshops und einer Sommerschule zu zeitgenössischem Design Raum bieten.

Design Campus

Als praxisorientierte Forschungs- und Entwicklungsplattform des Kunstgewerbemuseums ist der Design Campus ein kuratorisch entwickelter und zukunftsorientierter Think Tank, der sich mit aktuellen  Herausforderungen wie dem gesellschaftlichen Wandel, der Digitalisierung und der Klimakrise auseinandersetzt. Neben Vorträgen, Workshops und Residenzen als Lab-Formate findet jährlich eine mehrwöchige Sommerschule im Juli/August statt. Der Design Campus hat zum Ziel in interdisziplinären und transkulturellen Teams aus Expert*innen, Kreativen und der Öffentlichkeit gemeinsam mit den Museumsmitarbeiter*innen die heutige Rolle von Kunstgewerbemuseen neu zu überdenken sowie die Wirkkraft von Design in Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft aufzuzeigen, zu stärken und das utopische Denken mittels Design zu befördern. Das Programm und Anmeldemöglichkeiten finden sich auf der Website www.designcampus.org.

Über den Sommer zeigt die noch neue Ausstellungsreihe »Artists‘ Conquest« verschiedene zeitgenössische Kunstpositionen, die dialogisch intervenierend den Blick auf das Schloss und den Park Pillnitz, wie auch die musealen Präsentationen, und wiederum auf die Kunst selbst neu ausrichten. Das Format ist eine Kooperation mit den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten Sachsens.

Kontakt

Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Taschenberg 2
01067 Dresden

+(49) 351 49 14 - 2000